Gehirnwäsche

Ob man es wahrhaben will oder nicht :  Wenn man über Jahre einem Cult wie der Co$ angehörig ist, dann ist man einer Gehirnwäsche ausgesetzt, die man zuerst gar nicht wahrnimmt.

Das erste was ich bei mir selbst bemerkte war, dass ich erkannte, dass ich von einer selbstbewussten Person zu einer Person gemacht wurde, die sich selbst anscheinend nicht helfen konnte.

Was LRH schrieb, war für mich logisch und das , was ich als Praxis lernte, funktionierte auch in der Praxis.   Auditing beförderte mich auf eine andere Bewusstseinsstufe über mich selbst.

Glücklich damit, etwas gefunden zu haben, was mich persönlich weiterbrachte,  wollte ich das natürlich gerne anderen mitteilen. Meine Familie reagierte mehr als verhalten, was ich ja von meinem Gesichtspunkt nicht verstehen konnte.  Zurück in der Organisation erzählte ich das und natürlich bekam ich eine „Handhabung“ darauf.  Da dies ja auch von LRH geschrieben war, akzeptierte ich es.  Und da ja die Mitarbeiter schon so viel mehr als ich studiert hatten, mussten die ja zwangsläufig besser wissen, was in dem Falle gut für mich war.  Das war der erste Punkt, an dem  zwischen mir und meiner Familie eine Lücke  geschaffen wurde.  Eine Lücke insofern, dass ich Bedenken , die aus meiner Familie kamen , einfach beiseite wischte und auch nicht weiter nachhakte, wieso es denn überhaupt Bedenken gab.

Das war …… nein , nicht SPITZE  sondern

Verletzung vom Ehrenkodex : 7. LASSE NIE ZU, DASS DEINE AFFINITÄT GETRÜBT WIRD

Etwas anderes , was ich zu Anfang als ungewöhnlich empfand , war eine Art Gruppenzwang.  Das erste mal , dass mir das  auffiel, war,  als ich mit anderen Scientologen zu einem „Event“ war.  Wir waren zusammen in einem Hotel und dort wurde per Leinwand ein Film von einer Scientology Veranstaltung in Amerika oder Freewinds ( Schiff) gezeigt.  An Punkten wo klatschen angesagt war, standen alle auf und klatschten.  Das ging mir gar nicht in den Kopf, wieso man vor einer Leinwand aufsteht und klatscht.  Aber , um nicht aufzufallen – besser gesagt, dem Gruppenzwang  folgend,  stand ich brav auf und klatschte auch.

Das war ……  widerum nicht SPITZE sondern wieder

Verletzung vom Ehrenkodex :  6. MACHE NIE ZUGESTÄNDNISSE, DIE DEINE EIGENE REALITÄT VERLETZEN.

Ein paar weitere Beispiele werde ich in folgenden Artikeln noch beschreiben.

Von der Technologie her kann man nicht gehirngewaschen werden, aber wenn man die grundlegende Technologie , wie Ehrenkodex oder Glaubensbekenntnis oder Auditorenkodex oder ARC nicht für sich selbst in Anspruch nimmt bzw. erlaubt, dass es andere ( wissend oder nichtwissend ) es missbrauchen und gegen einen verwenden .  Und jmd dafür auf die Finger zu klopfen wäre dann

dieser Punkt des Ehrenkodexes : 12. FÜRCHTE NIE, EINEN ANDEREN IN EINER GERECHTEN SACHE ZU VERLETZEN

Ich bemerke gerade, dass ich diesen Artikel schon fast für Schnösel geschrieben habe, der sich auf Feli´s Blog so über den Ehrenkodex aufgeregt hat.

Wo haben wir nicht alle diesen Kodex verletzt und wie ärgert es einem , wenn man das bemerkt 🙂  .  Aber besser ist man bemerkt es überhaupt .  Schlimmer sind die dran, die es noch nicht bemerkt haben.

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7 Kommentare

  1. Han Solo

     /  14/04/2011

    Wohl jeder, der längere Zeit in der Scn-Kirche war, könnte einen Bericht schreiben mit dem Titel : „Von Scientologen verführt – wie ich mich verführen liess, meine Integrität aufzugeben und den Ehrenkodex zu brechen“.

    Leider gibt’s in der Organisation Statistikpunkte dafür, andere zu verführen … sei es zum Geld ausgeben, zum Annehmen einer Mitarbeiter-Stelle, usw.

    Es gibt aber viel zu wenig Statistikpunkte dafür, Sorge zu tragen, dass jemand sich in der Organisation wohl fühlt, dauerhaft aufblüht und auf allen Dynamiken gedeiht. „Studentenpunkte“ und „gut gemachte Auditingstunden“ werden statistisch erfasst, ebenso wie Kurs- und Auditingabschlüsse und natürlich die körperliche Anwesenheit. Das alles sind aber keine Garantiescheine für Glück und Erfolg auf allen Dynamiken !

    Die Folge : Im Laufe von 40 Jahren haben in Deutschland zahllose Leute einen einführenden Kurs gemacht – und das war’s dann. Viele wurden Mitarbeiter – mit grossen Hoffnungen auf Aufstieg und Brückenfortschritt – und gingen irgendwann, enttäuscht und ausgenutzt.

    Wenn diese vielen Leute noch dabei wären, hätte Scn im Deutschland wohl ebenso viel Mitglieder wie die Zeugen Jehovas (über 100.000).

    Antwort
  2. Genauso ist es – „enttäuscht und ausgenutzt“ – wie Du sagst. Auch das fällt unter die Gehirnwäsche : dass viele Mitarbeiter zu Robotern gemacht werden, die nur noch für die Statistik arbeiten. Mich hat mal ein MA gefragt, doch den Kurs, den ich abgezeichnet hatte , doch direkt zu starten ( es war Do vor 14.00) – und wenn ich nur die erste Seite lesen würde. Hatte ich damals nicht gemacht. Aber vielen ähnlichen Ansinnen hab ich nachgegeben , denn es würde helfen. Ja, es half den Statistiken. Der Mensch zählt nicht mehr in der Co$ .

    Antwort
    • Rita Wagner

       /  15/04/2011

      Stimmt Anne, doch Achtung ! „Der Mensch zählt nicht mehr in der Co$“ ist eine Verallgemeinerung! Von diesen Menschen stehen möglicherweise ein paar kurz davor die Augen zu öffnen!
      Victor Frankl
      http://de.wikipedia.org/wiki/Viktor_Frankl
      schreibt dazu sehr interessante Worte, die wir ‚hier draußen‘ vielleicht einmal neu beleuchten sollten: „….So beschreibt er, dass diejenigen Häftlinge eine bessere Chance hatten, zu überleben, die jemanden hatten, der auf sie wartet. …“
      http://de.wikipedia.org/wiki/…_trotzdem_Ja_zum_Leben_sagen
      Marty hatte vor einer Weile das Thema Victor Frankl auf seinem Blog und für mich beantwortete es einige Fragen des Wieso, Warum und Weshalb, doch Achtung – harter Stoff zum konfrontieren.

      Antwort
      • Rita, ich bin mir nicht sicher, ob da nicht ein Missverständnis vorliegt?
        „Stimmt Anne, doch Achtung ! „Der Mensch zählt nicht mehr in der Co$“ ist eine Verallgemeinerung! Von diesen Menschen stehen möglicherweise ein paar kurz davor die Augen zu öffnen!“ – das eine hat mit dem anderen meiner Meinung nichts zu tun. Ich rede hier vom System , in dem der Mensch nichts zählt, da das Hauptaugenmerk auf den Statistiken liegt und Mitarbeiter, die mit der Idee des Helfens Mitarbeiter wurden zu Geldeinnahme Maschinen gemacht werden, direkt oder indirekt. Und oft , wenn ein Mitarbeiter einen um etwas bittet , im Hinterkopf desjenigen immer die Statistik rattert. Warum sonst der Donnerstag -Vormittag -Run. Ich glaube die wenigsten können sich dem entziehen. Das hat mit dem guten Willen der Mitarbeiter gar nichts zu tun.

        Antwort
        • Rita Wagner

           /  16/04/2011

          Genau – deswegen hat jeder Einzelne nur dann eine Chance wenn wir ihn auch als Einzelperson betrachten.

          Antwort
      • Bezgl. Victor Frankl, ja , hab ich bei Marty gesehen und fand es super . Der Mann gefällt mir und hat Grösse.

        Antwort

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